Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt

SPD Schleswig-Holstein

23. November 2012

Stellungnahme
Kampf gegen Rassismus konsequent weiter führen!

In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1992 griffen Neonazis zwei Wohnhäuser in Mölln mit Molotow-Cocktails an. Die beiden 10 und 14 Jahre alten Mädchen Yeliz und Aise Yilmaz sowie ihre 51-jährige Großmutter Bahide Arslan starben im Feuer, im zweiten Haus wurden neun Menschen schwer verletzt. Die Täter waren ‚inspiriert‘ durch die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda.

Anlässlich der Gedenkfeiern 20 Jahre nach dem Möllner Brandanschlag erklärt der Landesvorsitzende der SPD Schleswig-Holstein, Ralf Stegner: „Zwanzig Jahre nach dem feigen Attentat von Mölln sind unsere Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Sie sind auch bei all den anderen Betroffenen rassistisch motivierter Gewalt, die noch immer an der Tagesordnung ist. Seit 1990 wurden in Deutschland 182 Menschen Opfer rechtsradikaler oder rassistischer Gewalt.

Dieser traurige Jahrestag mahnt uns, den Kampf gegen Rassismus konsequent weiterzuführen. Denn die erneuten Hakenkreuz-Schmierereien in Mölln Anfang November 2012 zeigen, dass die Aktivitäten von Neonazis in Schleswig-Holstein nicht der Vergangenheit angehören.“

Die Vorsitzenden der AG Migration und Vielfalt in Schleswig-Holstein, Christopher Schmidt, und Berlin, Aziz Bozkurt, erklären hierzu:

„20 Jahre sind seit den Pogromen 1993 vergangen und wir fragen uns, was hat sich seitdem getan. Was haben wir in Deutschland dazugelernt? Die Bilanz ist ernüchternd. Die Debatten um Integration zeigen immer wieder aufs neue die unglaubliche Weite des rassistischen Nährbodens in unserer Gesellschaft.

Studien belegen immer wieder aufs Neue, dass dies kein Problem der Generation, kein Problem der Herkunft, keinProblem des Geschlechts und kein Problem des sozialen Status ist. Es ist insbesondere auch kein Problem allein des Ostens. Vor 20 Jahren haben sich nicht nur Orte wie Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen in unser Gedächtniseingebrannt, sondern eben auch Orte wie Mölln und Solingen. Das Problem ist unser gemeinsames. Und es ist unübersehbar groß.

Wir gedenken diese Woche allen Opfern der rassistischen Taten und hoffen, dass das Gedenken mehr noch zur Mahnung für das Morgen wird. Wir rufen alle auf, an diesem Freitag am Gedenken in Mölln teilzunehmen.“

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