Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt

SPD Schleswig-Holstein

Stellungnahme

De Maizière inszeniert Sturm im Wasserglas — Abschiebestopp in Schleswig-Holstein ist Ausdruck fortschrittlicher Flüchtlingspolitik!


Zum erlas­se­nen Abschie­be­stopp der schles­wig-hol­stei­ni­schen Lan­des­re­gie­rung und den Reak­tio­nen des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters Tho­mas de Mai­ziè­re sowie CDU-Lan­des­chef Ing­bert Lie­bing erklä­ren Chris­to­pher Keiichi Schmidt, Lan­des­vor­sit­zen­der der SPD-Arbeits­ge­mein­schaft Migra­ti­on und Viel­falt Schles­wig-Hol­stein, und Alex­an­der Wag­ner, Mit­glied im SPD-Lan­des­vor­stand Schles­wig-Hol­stein:

 

Der von Lan­des­in­nen­mi­nis­ter Ste­fan Studt erlas­se­ne Abschie­be­stopp ist Teil und Aus­druck einer welt­of­fe­nen und men­schen­wür­di­gen Asyl­po­li­tik in Schles­wig-Hol­stein. Die­se Maß­nah­me reiht sich in eine Viel­zahl von Akti­vi­tä­ten der rot-grün-blau­en Lan­des­re­gie­rung ein, die vor allem den hil­fe­be­dürf­ti­gen Men­schen in den Mit­tel­punkt des poli­ti­schen Han­delns stellt. Dabei ist der aktu­el­le Sta­tus der betrof­fe­nen Per­so­nen zunächst nicht rele­vant, denn eine Abschie­bung in die auf­ge­führ­ten Län­der in den Win­ter­mo­na­ten wür­de das Leben die­ser Men­schen gefähr­den.

 

Unab­hän­gig davon, dass die kürz­lich im Bund beschlos­se­ne Ein­stu­fung von Ser­bi­en, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na und Maze­do­ni­en als siche­re Her­kunfts­staa­ten aus unse­rer Sicht falsch war, insze­niert Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re mit sei­ner Reak­ti­on einen Sturm im Was­ser­glas. Ihm scheint das Schick­sal die­ser aus­rei­se­pflich­ti­gen Men­schen voll­kom­men egal zu sein. Es geht ihm ledig­lich um die büro­kra­ti­sche Erfül­lung von Geset­zen; er belegt damit erneut sei­ne grund­sätz­li­che ‘law and order’-Haltung in die­sen Bereich. Zudem ist der Ver­weis von de Mai­ziè­re und Lie­bing auf den Asyl­kom­pro­miss vom Novem­ber, der mit finan­zi­el­len Hil­fen für Kom­mu­nen zur Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen ver­bun­den ist, an Dreis­tig­keit kaum zu über­bie­ten. Es gibt kein Ent­we­der-oder zwi­schen finan­zi­el­ler Hil­fe für Kom­mu­nen und dem Win­ter-Abschie­be­stopp in Schles­wig-Hol­stein. Lie­bing ver­sucht damit viel­mehr, die Kom­mu­nen gegen das Land aus­zu­spie­len. Das ist ein schlech­ter Stil bei Fra­gen von Huma­ni­tät in der Flücht­lings­po­li­tik.

 

Studt und die Lan­des­re­gie­rung brin­gen mit ihrer Ent­schei­dung Recht und Gesetz mit einer fort­schritt­li­chen Flücht­lings­po­li­tik in Ein­klang. Das ist aus unse­rer Sicht ein Vor­zei­ge­mo­dell für ande­re Bun­des­län­der.“

 

Bundespolitik

Der Optionszwang muss weg!

Anläss­lich der Ent­schei­dung des Bun­des­ra­tes, die Initia­ti­ve zur Abschaf­fung des Opti­ons­zwan­ges der Bun­des­län­der Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz und Schles­wig-Hol­stein ohne Aus­spra­che zur wei­te­ren Bera­tung direkt an die zustän­di­gen Aus­schüs­se der Län­der­kam­mer zu ver­wei­sen, erklärt der Lan­des­vor­sit­zen­de der AG Migra­ti­on und Viel­falt in der SPD Schles­wig-Hol­stein, Chris­to­pher Schmidt:
 
„Wir bedau­ern, dass der Vor­stoß der drei Län­der, den unse­li­gen Opti­ons­zwang abzu­schaf­fen, heu­te nicht im Bun­des­rat dis­ku­tiert und bera­ten wur­de. Wir wün­schen uns sehr, dass die Debat­te wei­ter­geht: in den Fach­aus­schüs­sen des Bun­des­ra­tes, in der Inte­gra­ti­ons­mi­nis­ter­kon­fe­renz in der kom­men­den Woche, und inner­halb der Gro­ßen Koali­ti­on in Ber­lin. Für uns ist klar, dass es kei­ne wei­te­ren Hür­den geben kann. Deutsch­land muss unmiss­ver­ständ­lich klar­ma­chen, dass Kin­der, die hier gebo­ren sind, auch hier­her gehö­ren. Sich in die­ser Situa­ti­on an das Wort ‚auf­ge­wach­sen‘ fest­zu­klam­mern und Nach­wei­se zu ver­lan­gen, ist ein Angriff auf die Iden­ti­tät der Betrof­fe­nen und stellt die Zuge­hö­rig­keit aller Opti­ons­pflich­ti­gen in Fra­ge. Wir unter­stüt­zen daher aus­drück­lich die Hal­tung der schles­wig-hol­stei­ni­schen Lan­des­re­gie­rung und for­dern die­se auf, sich wei­ter­hin für eine Lösung in die­sem Sin­ne ein­zu­set­zen.“

Veranstaltung

Diskussionsveranstaltung „Vielfalt ist Stärke — echte Integration jetzt!“ am 4. September in Bad Oldesloe

Veranstaltungshinweis "Vielfalt ist Stärke - echte Integration jetzt!" am Mittqwoch, d. 4.9.2013 um 19 Uhr im Bürgerhaus in Bad Oldesloe

Der Bun­des­tags­wahl­kampf geht in die hei­ße Pha­se, und auch die LAG Migra­ti­on und Viel­falt möch­te ihren Bei­trag leis­ten.
Dazu möch­ten wir auf fol­gen­de Ver­an­stal­tung des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Franz Thön­nes mit LAG-Betei­li­gung auf­merk­sam machen:

am Mitt­woch, d. 4. Sep­tem­ber 2013, 19 Uhr
in Bad Oldes­loe, im Bür­ger­haus (Müh­len­stra­ße 22, 23843 Bad Oldes­loe)

 Die Ver­an­stal­tung wird unter dem Mot­to ste­hen „Viel­falt ist Stär­ke — ech­te Inte­gra­ti­on jetzt!“. Wei­te­re Details in der Ein­la­dung.

 

 

 

Kommunalpolitik

Christopher Keiichi Schmidt, Kandidat zum Segeberger Kreistag

Zu den Kom­mu­nal­wah­len am 26. Mai stellt die AG Migra­tion und Viel­falt in der SPD Schles­wig-Hol­stein Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund vor. Heu­te in der ach­ten Fol­ge: Chris­to­pher Keiichi Schmidt, Kan­di­dat zum Sege­ber­ger Kreis­tag (und der Stadt­ver­tre­tung von Kal­ten­kir­chen). Es folgt eine Kurz­vor­stel­lung in eige­nen Wor­ten:

se2013_schmidt

Ich bin 33 Jah­re alt,  in Kal­ten­kir­chen gebo­ren und groß gewor­den. Durch mei­ne japa­ni­sche Mut­ter bin ich zwei­spra­chig auf­ge­wach­sen und habe in mei­nem Beruf als Sprach­wis­sen­schaft­ler über sie­ben Jah­re im Aus­land gelebt. 

Beson­ders möch­te ich mich für gute Aus- und Wei­ter­bil­dung im Kreis ein­set­zen. Dafür ist es wich­tig, dass der Kreis über sei­ne Berufs­bil­dungs­zen­tren in Nor­der­stedt und Bad Sege­berg eine Koor­di­nie­rungs­funk­ti­on wahr­nimmt.

Ein wei­te­res Anlie­gen für mich ist das The­ma Bür­ger­be­tei­li­gung und Trans­pa­renz. Das beginnt bei der Fra­ge, wie das Bür­ger­infor­ma­ti­ons­sys­tem von Kreis, Städ­ten und Gemein­den benut­zer­freund­li­cher gestal­tet wer­den kann und geht bis zum Vor­schlag, einen Bür­ger­haus­halt durch­zu­füh­ren, bei der alle Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner ihre Ide­en mit ein­brin­gen kön­nen.

 

 

Weitere Informationen

Stellungnahme

Kampf gegen Rassismus konsequent weiter führen!

In der Nacht vom 22. auf den 23. Novem­ber 1992 grif­fen Neo­na­zis zwei Wohn­häu­ser in Mölln mit Molo­tow-Cock­tails an. Die bei­den 10 und 14 Jah­re alten Mäd­chen Yeliz und Aise Yil­maz sowie ihre 51-jäh­ri­ge Groß­mut­ter Bahi­de Ars­lan star­ben im Feu­er, im zwei­ten Haus wur­den neun Men­schen schwer ver­letzt. Die Täter waren ‚inspi­riert‘ durch die Pogro­me von Ros­tock-Lich­ten­ha­gen und Hoyers­wer­da. mehr…

Stellungnahme

Rechtsradikale Einstellungen sind kein Randproblem!

Zur heu­te vor­ge­stell­ten Stu­die der Fried­rich Ebert Stif­tung „Die Mit­te im Umbruch“ erklä­ren Ralf Steg­ner, SPD-Lan­des­vor­sit­zen­der und Chris­to­pher Schmidt, Vor­sit­zen­der der SPD-AG Migra­ti­on und Viel­falt:

Die von der Fried­rich-Ebert-Stif­tung seit 2006 im Abstand von zwei Jah­ren erho­be­nen Zah­len bele­gen, dass rech­te Ein­stel­lun­gen im Ver­gleich zur letz­ten Stu­die wie­der gestie­gen sind. Die­ses Mal sind ins­be­son­de­re die Zah­len für Chau­vi­nis­mus und Aus­län­der­feind­lich­keit erschre­ckend: In West­deutsch­land hän­gen 19,4% der Befrag­ten chau­vi­nis­ti­schen und 25,1% aus­län­der­feind­li­chen Vor­stel­lun­gen an. Aber auch die Ent­wick­lun­gen im Bereich Anti­se­mi­tis­mus und Islam­feind­schaft sind hoch­gra­dig besorg­nis­er­re­gend“, so Schmidt.

Zu den Ursa­chen der immer wei­ter ver­brei­te­ten rechts­ra­di­ka­len Ein­stel­lun­gen erklärt Ralf Steg­ner: „Rech­te Ein­stel­lun­gen sind häu­fig das Resul­tat einer weit ver­brei­te­ten Ver­un­si­che­rung. Die SPD muss des­halb die Bekämp­fung die­ser Unsi­cher­heit in den Mit­tel­punkt ihrer Poli­tik stel­len. Nur der Kampf gegen pre­kä­re Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se, die mate­ri­el­le Absi­che­rung von Lebens­ri­si­ken und eine Stär­kung des gesell­schaft­li­chen Soli­da­ri­täts­prin­zips kön­nen die lang­fris­ti­ge Grund­la­ge für eine demo­kra­ti­sche, offe­ne und viel­fäl­ti­ge Gesell­schaft legen.“

Wir brau­chen drin­gend eine umfas­sen­de und mög­lichst brei­te Reak­ti­on der Zivil­ge­sell­schaft, denn men­schen­feind­li­che Ein­stel­lun­gen zei­gen sich auch über alle Par­tei­prä­fe­ren­zen hin­weg. Mit einem offe­nen und fes­ten Bekennt­nis zur Viel­falt in unse­rer Gesell­schaft las­sen sich ras­sis­ti­sche Vor­ur­tei­le abbau­en“, so Chris­to­pher Schmidt abschlie­ßend.

Die Zusam­men­fas­sung der Stu­die „Die Mit­te im Umbruch“ fin­den Sie hier.

Landesvorstand 2012 (v.l.n.r.): Pınar Yıldız,Hasan Horata, Stella Steinmann Di Santo, Christopher Schmidt, Dr. Karen Thissen, Özlem Ünsal, Lisa Yılmaz, Ingo Röske-Wagner, Dr. Filiz Bilgili, Tanzer Kocapınar, Michael Janowski

In eigener Sache

Neue AG Migration und Vielfalt gegründet

Auf einer gut besuch­ten Grün­dungs­ver­samm­lung hat die SPD Schles­wig-Hol­stein am 1. Okto­ber 2012 in Neu­müns­ter die neue Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft Migra­ti­on und Viel­falt gegrün­det. Die über 70 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer wähl­ten einen neu­en Lan­des­vor­stand und leg­ten die inhalt­li­chen Schwer­punk­te für das kom­men­de Jahr fest. mehr…